Farbenblind vom Optiker erklärt – Brille sinnvoll?

Sehschwächen sind in der Bevölkerung häufig anzutreffen. Dabei zählt im Alltag weit mehr als ein scharfes Sichtfeld. Vielmehr gilt auch die Farbenblind zu den sogenannten Farbsinnstörungen. Dabei denken viele Menschen zuallererst an die geläufige Rot-grün-Schwäche, die eigentlich eine Farbenfehlsichtigkeit ist und keine Blindheit im konkreteren Sinn.

Farbenblind: Das sollte man wissen:

Die Achromatopsie bzw. Achromasie ist vor allem eine angeborene oder erworbene Störung der Wahrnehmung. In der Bevölkerung liegt diese Erkrankung bei ungefähr 5 % der Menschen vor, hauptsächlich betrifft sie Männer, aber ebenso können Frauen farbuntüchtig sein.

Allgemein sind Menschen farbenblind, wenn sie lediglich Hell-dunkel-Kontraste wahrnehmen. Farbtöne werden bei dieser Störung der Sinne nicht erkannt. Während die reine Achromatopsie damit einhergeht, überhaupt keine Kolorierungen zu registrieren, gibt es auch eine Dichromasie. Hierbei erkennen betroffene nur bestimmte Farben. Woran liegt das?

Die Netzhaut der Augen enthält sog. Zapfenzellen. Sie ermöglichen das Sehen der Kolorationen. Zu diesem Zweck lassen sich die Zapfen in drei Sorten unterscheiden. Eine Art reagiert auf blaues Licht, eine zweite auf rotes und eine dritte Art reagiert auf grünes Licht. Bei einer farbenblinden Person arbeiten entweder alle Arten nicht oder nur ein Teil ist intakt. Zusammengefasst heißt das:

  • Dichromasie: 2 der 3 verschiedenen Zapfenzellen funktionieren
  • Monochromasie: 1 Zapfentyp funktioniert
  • Achromasie: keiner der Zapfen arbeitet einwandfrei

Zusätzlich stellt sich die Frage, ob es sich um eine erworbene Farbensehschwäche handelt oder um einen genetischen Defekt (angeborene Farbenblindheit). Die erworbene Form betrifft u. U. nur ein Auge. Die angeborene Erkrankungsform betrifft in der Regel beide Augen.

Rot-grün-Schwäche am meisten verbreitet (Deuteranomalie)

Viele Menschen verbinden Achromatopsie mit der sog. Rot-grün-Schwäche. Hier besteht jedoch ein deutlicher Unterschied. Eine farbenblinde Person hat einen Totalausfall gewisser Zapfen in einem oder beiden Augen. Wer allerdings eine Rot-grün-Schwäche hat, verfügt durchaus noch über (eingeschränkt) funktionierende Zapfenzellen.

Das Problem ist hier eine Funktionsstörung. Die Rot-grün-Schwäche tritt hierbei im Vergleich zu anderen Farbsehschwächen oft auf. Bei dieser Form arbeiten die Zapfenzellen, die für das grüne Licht zuständig sind, nicht einwandfrei. Dadurch erkennen Betroffene den Farbton Grün nicht richtig. Das erschwert es, grüne Farbnuancen von roten abzugrenzen.

Bei wem die Zellen für das rötliche Licht nicht problemlos funktionieren, lässt sich die Nuance Rot schlechter sehen. Auch hierbei unterscheiden sich Rottöne schlechter von Grüntönen. Der zugehörige Fachbegriff lautet Protanomalie.

Im Fall der Blausehschwäche lassen sich Blautöne schwieriger bis kaum von gelben Kolorierungen abgrenzen. Der Grund sind unzureichend funktionierende Zellen für blaues Licht. Dieser Fall nennt sich Tritanomalie. In allen Fällen sind bestimmte Farben zwar schlechter wahrzunehmen, aber komplett farbenblind sind Betroffene nicht.

Wie sehen farbenblinde Menschen die Welt?

Wie ist es, keine Farben zu erkennen? Das fragen sich sehgesunde Personen immer wieder mal. Es scheint schwer vorstellbar, in einer Realität aus Graustufen zu leben. Dennoch ist es so. Farbfehlsichtige Personen nehmen lediglich Hell-dunkel-Kontraste wahr. Wer von Geburt an Farben kaum oder gar nicht sieht, leidet vielfach auch unter einer erhöhten Blendungsempfindlichkeit und einer schlechteren Sehschärfe. Das erschwert den Alltag immens, weshalb Farbenblindheit eine echte Behinderung ist.

Bspw. verstärkt sich durch diese fehlende Farbwahrnehmung viel öfter die Unsicherheit. Verwechselungen können ebenso leichter auftreten, weil die farbliche Unterscheidung unmöglich ist. Das ist beim Sport problematisch, wo sich Mannschaften anhand von Trikotfarben kennzeichnen. Aber auch Ampelschaltungen oder das Erkennen verschiedener Früchte ist für Betroffene schwieriger.

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Zum Test

Farbenblind Test: Möglichkeiten für Betroffene

Bei einer Rot-Grün-Schwäche

Die weltweit genutzte Ishihara-Tafel gilt als ein gängiges Mittel, um auf eine Farbenblindheit hinzuweisen. Zahlen sind hierbei auf einer Farbtafel als farbige Kreise oder Kleckse dargestellt. Solche Tafeln eignen sich vorrangig, um eine Rot-grün-Schwäche zu identifizieren. Aber auch das Feststellen einer Grünblindheit sowie der Rotblindheit sind damit möglich.

12 oder Graue Punkte?

Einen einfacher Start haben wir Ihnen vorbereitetWas sehen Sie hier? Eine „12“ oder nur „graue Punkte“?

12

Ein Bild das jeder erkennen sollte, auch ohne Farbenblindheit. Wer dies nicht erkennt hat keine rot-grün-schwäche, sondern hohe Dioptrien.

3 oder 5?

Bei dieser Zahl handelt es sich um eine „3“. Falls Sie eine Rot-Grün-Schwäche haben, kann eine 5 erkannt werden. Wenn Sie nur grau/weiße Punkte sehen, ist dies ebenfalls der Fall.

8

Falls Sie hier nur graue/weiße Punkte sehen, haben Sie eine Störung bei der Farbwahrnehmung. Vermutlich eine Rot-Grün-Schwäche. Bei der Zahl hier handelt es sich um eine „8“

Nichts oder doch eine 6?

Normalsichtige können hier die Zahl „6“ lesen. Falls Sie Probleme auf Anhieb haben, ist die Tendenz einer Farbsehschwäche vorhanden.

21, nichts oder eine 74?

Falls eine Rot-Grün-Schwäche vorliegt sehen Sie eine „21“ oder graue Punkte. Alle anderen sehen eine „74“ – dies ist korrekt.

45

Bei dem die Augen normal sind, sehen hier klar einen „45“. Wenn Sie Probleme bei der Identifizierung der Zahl haben, könnten Sie an einer Farbensehschwäche leiden.

Nichts?

Wenn Sie hier keine Zahl sehen, kann Ihre Farbwahrnehmung falsch sein und Sie haben eine rot-grün-schwäche. Hierbei handelt es sich um eine „5“

4, 2 oder 42?

Normale Menschen sehen hier einen „42“. Wenn Sie nur eine „2“ sehen, könnten Sie an einer Rot-Schwäche leiden. Wenn Sie nur eine „4“ sehen, könnte eine Grün-Schwäche der Grund sein.

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Blau-Gelb-Schwäche

Allerdings helfen diese Tafeln nicht bei einer Blau-gelb-Schwäche oder Blaublindheit. Stattdessen kommen dazu entweder die Velhagen-Stilling-Tafel zum Einsatz oder andere spezifische Tests:

  • Cambridge-Colour-Test
  • Standard Pseudoisochromatic-Plates-Test
  • Richmond-HRR-Test

Kinder profitieren von einem sog. Color-Vision-Testing-Made-Easy-Test (Kurzform: CVTME-Test). Im Gegensatz zu den gängigen Farbtafeln sind in diesem Test lediglich Symbole anstelle von Zahlen auszumachen (d.h. Hunde, Sterne oder Kreise). Ebenso gibt es den sog. Farnsworth-D15-Test. Hierbei sortieren Kinder die verschieden gefärbten Chips bzw. Hütchen farblich. All die genannten Tests dienen vorrangig dazu, eine Störung der Farbwahrnehmung zu erkennen. Die vollständige Farbenblindheit kann mit einer Reihe weiterer Testverfahren diagnostiziert werden.

Das sog. Anomaloskop ermöglicht es, zwei Halbkreise farblich aufeinander abzustimmen. Hierbei zeigt sich schnell, ob jemand Farben unterscheiden kann. Denn eine farbenblinde Person gleicht in dem Test ausschließlich die Intensität der Halbkreise an, aber nicht ihren Farbton. Dazu sind nur Menschen ohne eine Störung der Farbwahrnehmung in der Lage.

Des Weiteren erlaubt der ERG (d. h. Elektroretinographie) festzustellen, wie aktiv die Zapfenzellen und die Stäbchenzellen im Auge sind. Im Endeffekt misst dieses Verfahren, ob die Zellen funktionieren oder nicht. Nicht zuletzt eignen sich Gentests, um eine Achromatopsie zweifelsfrei nachzuweisen. Denn die angeborene Farbenblindheit ist auf einen genetischen Defekt zurückzuführen. Das heißt, wer farbenblind ist, verfügt über bestimmte Gene, die mutiert oder defekt sind.

Eine spezifische Behandlungsmöglichkeit gegen die Farbsehschwäche existiert bislang nicht, obwohl die Wissenschaft ihre Hoffnungen auf die Gentherapie setzt. Diese ist aber noch nicht erprobt und daher nicht in Gebrauch.

Brillen für Farbenblinde

Häufig bieten Optiker oder andere Händler spezielle Korrekturbrillen an, die farbenblinden Personen helfen sollen. Aber geht das? Ein farbfehlsichtiger Mensch ist nicht in der Lage, Farben zu erkennen. Die Welt erscheint für die Betroffenen in Abstufungen von Grau – praktisch wie bei einem Schwarz-Weiß-Fernsehgerät. Dementsprechend zählt eine Achromasie als ernsthafte Behinderung. Gemüse oder Obst im Supermarkt zu unterscheiden ist im farbenblinden Alltag nicht so einfach. Eine Brille soll helfen und viele Farbfehlsichtige schwören bereits auf die Brille für Farbenblinde

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Das sollte man über Farbenblindheit wissen:

Arten von Farbenblindheit:

  • angeboren (durch genetische Mutationen und/oder Defekte) (häufigste Form)

Formen der Farbenblindheit:

  • Ausfall von einer Zapfenzellen-Art im Auge (Dichromasie)
  • Ausfall von zwei Zapfenzellen-Arten im Auge (Monochromasie)
  • Ausfall von allen drei Typen der Zapfenzellen (vollständige Farbenblindheit; Achromasie)

Tests, um Farbenblindheit festzustellen:

  • Gentests
  • Elektroretinographie
  • Anomaloskop
  • spezielle Farbsehtafeln (Ishihara-Test)

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Brille für Farbenblinde

Welche Tiere sind farbenblind?

In der Fauna unterscheidet sich die Fähigkeit zum Farbensehen teilweise stark voneinander. Einige Arten gelten tatsächlich als farbenblind. Darunter zählen vorrangig Katzen, Hunde, Kaninchen, Ratten oder Mäuse. Während Insekten zum großen Teil sehr gut Farben unterscheiden können, gilt das für nächtlich aktive Tiere oft nicht.

Die Farbrezeptoren, d. h. die Zapfen der Netzhaut, machen lediglich bis zu 5 % ihrer lichtempfindlichen Rezeptoren aus. Der Rest dient vor allem der Wahrnehmung von Helligkeit und Licht. Speziell die nachtaktiven Säugetiere (z. B. Eulen) benötigen die Farbwahrnehmung kaum, sodass sie mit der eingeschränkten Sicht der Farben gut zurechtkommen.

Eine echte Farbenblindheit, d. h. die Monochromasie, findet sich demnach bei nachtaktiven Tieren. Bspw. verfügen Breitnasenaffen und weitere „Neuweltaffen“ über ein besseres räumliches Sehvermögen. Dadurch können sie auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen, wie es nachts üblich ist, gut sehen.

Sind Hunde farbenblind?

Viele Tierfreunde fragen sich, ob Hunde auch farbenblinde Tiere sind. Die Antwort lautet: Ja. Sie fallen in die Kategorie des Dichromatismus. Das bedeutet, sie nehmen ausschließlich Farben aus dem gelben und blauen Farbspektrum wahr. Andere Zapfenzellen sind für diese Vierbeiner praktisch überflüssig. Als Ausgleich verfügen sie über einen ausgeprägten Geruchssinn, der ihnen zusätzliche Informationen liefert.

Zusammenfassung: farbenblind

Farbenblinde Menschen sind von Geburt an betroffen oder erlangen im Lauf ihres Lebens die Farbsehschwäche (z. B. durch Krankheiten, einen Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma). Kennzeichnend ist hierbei der Ausfall der farbsensitiven Zapfenzellen im Auge. Wer nur bestimmte Farben nicht gut erkennt, leidet an einer sog. Farbfehlsichtigkeit. In dem Fall funktionieren die Zellen nur noch teilweise. Obwohl es viele Tests gibt, um eine gestörte Farbwahrnehmung festzustellen, ist die Behandlung einer echten Farbenblindheit nicht so einfach möglich. Gentherapien werden zwar erforscht, sind aber aktuell noch nicht ausreichend erprobt.

Zusätzlich hoffen manche Betroffene auf eine spezielle Brille für Farbenblinde. Diese Sehhilfen helfen im Regelfall aber nur sehr begrenzt – Brillen für farbenblinde können Farben nicht sichtbar machen. Aber nicht nur Menschen können blind für Farbtöne sein. Viele Tiere, wie z. B. Hunde, Katzen, Kaninchen oder andere nachtaktive Tierarten, verfügen von Natur aus über eine eingeschränkte oder gänzlich fehlende Farbwahrnehmung.