Nachtfahrbrille im Test – DeutscheOptiker

Was ist eine Nachtfahrbrille?

Nachtfahrbrillen sind besondere Sehhilfen, welche die Belastung der Augen während Fahrten in der Dunkelheit reduzieren können. Sie sind normalerweise ohne Sehstärke ausgestattet und können von jedem Menschen getragen werden.

Die Spezialbrille ist eine optische Entwicklung, um Menschen mit einer verminderten Sehfähigkeit vor allem nachts das Sehen in der Dunkelheit zu verbessern. Die Brillengläser sind in der Regel gelblich getönt und können mit oder ohne (Plangläser) Sehstärke angefertigt werden.

Das sollten Sie unbedingt über die Nachtfahrbrille wissen:

  • Eine Nachtfahrbrille kann blendende Lichter filtern
  • Die Gläser sind gelblich getönt
  • Es wird insbesondere Blaulicht
  • Die Filterung beträgt bis zu 15%
  • die Wahrnehmung von Kontrasten und Tiefen kann sich vereinfachen
  • Eine Nachfahrbrille sollte mindestens eine 5% gelbliche Tönung aufweisen

So erkennen Sie eine Nachtfahrbrille

Eine Nachtfahrbrille ist leicht an den gelb getönten Gläsern zu erkennen. Diese filtern extrem helles und grelles Licht aus. Die Filterung kann das Blickfeld um bis zu 15% abdunkeln. Praktisch können Autofahrer so viel weniger von entgegenkommenden Fahrzeugen oder sonstiger Verkehrsbeleuchtung geblendet werden. Lichtspiegelungen bei regennasser Fahrbahn mildern sich ebenfalls.

Bessere Tieferwahrnehmung bei Nachtfahrten

Viele Autofahrer berichten von einer besseren Tiefenwahrnehmung und deutlicher erkennbaren Kontrasten in den mittleren Lichtbereichen. Schwieriger kann das Sehen mit einer solchen Brille allerdings in sehr dunklen Umgebungen, wie außerorts auf wenig befahrenen Landstraßen, werden. Da die Brille in einem solchen Fall einfach abgenommen werden kann, sollte dies kein Hindernis darstellen.

Vermeiden Sie Stress für die Augen

Der Augen-Stress während Nachtfahrten kann sich mit einer Nachtsichtbrille wesentlich bessern. Die Konzentration fällt leichter, der Fahrer ermüdet nicht so schnell und ist aufmerksamer im Straßenverkehr unterwegs.

Funtkion der Nachtfahrbrille

Die Nachtfahrbrillen haben in der Regel gelbe Kunststoffgläser und werden zumeist auf die korrigierten Brillen ihrer Träger aufgeclipt. Der technische Effekt dieser Brillen besteht darin, den störenden Blaulichtanteil herauszufiltern, was am Tage und bei Nebel auch sehr gut funktioniert. In der Nacht sieht das jedoch anders aus, wenn etwa 15% des Blaulichtanteils fehlen. Der Autofahrer hat subjektiv das Gefühl, dass er besser sehen kann, es kommt ihm heller vor, aber Studien haben gezeigt, dass die sogenannte Nachtblindheit, also die Sehfähigkeit in der Dunkelheit real nicht verbessert wird, da die Ursachen in der mangelnden Funktion der Augen zu finden sind, die durch das Aufsetzen einer Filterbrille nicht behoben werden. 

Nachtblindheit Ursachen und Symptome

Eine Vielzahl an Störungen beeinflussen das Sehen in der Nacht besonders. In erster Linie ist die Hell-Dunkel-Anpassung gestört, die in einer Verhärtung der Pupillenmuskulatur (Akkomodation) liegen kann, aber es kann auch eine Störung der Sehstäbchen in der Netzhaut vorliegen, z.B. zu wenige. Ebenso kann die Ursache eine Starerkrankung (Grauer-oder Grüner Star) bzw. eine alterbedingte Makuladegeneration (AMD). Bei diesen funktio-nellen Störungen hilft eine Nachtfahrbrille lediglich subjektiv, indem sie durch das hell- gelbe Licht eine Sehverbesserung vortäuscht. Allerdings wirkt dieser Effekt dann auf das Nervensystem beruhigend, was wiederum die Fahrsicherheit erhöht.

Nachtfahrbrille Erfahrung

Es gibt erstaunliche Berichte von Menschen, die die Brillen selbst testeten und nie wieder ohne eine Nachtfahrbrille Auto fahren möchten. Der Effekt kann bei manchen Menschen also ganz wunderbar sein. Plötzlich blenden die harten Lichter nicht mehr, das Blickfeld weitet sich und die Nerven können sich entspannen. Wer viel nachts fährt, kann von den Vorteilen einer Nachtfahrbrille immens profitieren und sollte es einfach ausprobieren. Im Endeffekt muss es jeder für sich selbst die Vor- und Nachteile abwägen und testen.

Kritik an der Nachtfahrbrille

Mehrere Studien haben sich inzwischen mit der Nachtfahrbrille und deren Nutzen beschäftigt. Kritiker führen ins Feld, dass die Tönung gerade in der Dunkelheit auch eine gewisse Gefahr mit sich bringe. Die

Tiefenwahrnehmung gewisser Bereiche könne zwar verbessert werden, andere Kontraste würden aber verloren gehen. Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Tübingen testeten im Jahr 2002 diverse Modelle von Nachtfahrbrillen und kamen zu einem niederschmetternden Ergebnis. Der Arzt, der die Brillen in einem geschlossenen Raum testete, konnte bei der Reizung mit besonders grellen Lichtern keinerlei verbesserte

Sehergebnisse feststellen. Um den Test so neutral wie möglich zu halten, wurden ihm getönte und ungetönte Sehhilfen in der Dunkelheit gereicht.
Die Befürworter der Nachtfahrbrille bemängelten bei diesem Test die nicht realen Bedingungen in einem geschlossenen Raum sowie die schnelle Abfolge der getesteten Brillengläser.

Wenn das Sehen in der Dunkelheit schwerfällt

Wer gravierende Probleme mit dem Sehen in der Dunkelheit hat, sollte vor der Nutzung einer Nachtfahrbrille den Gesundheitszustand der Augen abklären lassen. Ganz ähnlich ist es, wenn die positiven Wirkungen einer bereits verwendeten Nachtfahrbrille plötzlich nicht mehr ausreichen.

Starke Augenprobleme in der Dunkelheit können auf folgende Krankheiten hinweisen:

  • Nachtblindheit
  • grauer Star
  • beginnende Kurzsichtigkeit
  • Makula Degeneration
  • Veränderungen der Netzhaut durch Diabetes

Nachtfahrbrille mit und ohne Sehstärke

Wenn all diese Krankheiten abgeklärt sind und die Brille einen positiven Effekt zeigt, sollte sie ruhig ständig beim Autofahren getragen werden. Die Standardmodelle der Nachtfahrbrillen sind bereits für ein paar Euro im Fachhandel erhältlich. Diese verfügen nur über getönte Gläser und nehmen keine spezielle Korrektur der Sehstärke vor. Für Träger von Sehstärken Brillen gibt es passende Clips zum Aufstecken auf die vorhandene Brille.
Wer das nicht mag, kann sich beim Optiker auch spezielle Gläser mit einer leichten Blaulichtfilterung anfertigen lassen. Diese meist nur um 5% bis 10% getönten Gläser können auch tagsüber getragen werden. Eine weitere Alternative für Brillenträger stellen photochromatische Gläser dar.

Welche Nachtfahrbrillen sind geeignet?

Eine der bekanntesten Nachtfahrbrillen wird von dem Unternehmen Carl Zeiss angeboten, die sogenannten Drive-Safe-Gläser, die mit einer speziellen Oberflächenbeschichtung den Blaulichtanteil herausfiltern. Diese Brille beeinträchtigt die Sehfähigkeit nicht und kann auch am Tag getragen werden, sodaß eine zusätzliche Brille für eine Nachfahrt nicht benötigt wird. 

Worauf beim Kauf einer Nachtfahrbrille geachtet werden sollte:

Nachtfahrbrillen sind in vielen Qualitäten und verschiedenen Ausfertigungen erhältlich. Manche werden als reine Brillen für die Nacht angeboten, andere explizit damit beworben, auch am Tag zuverlässig blendendes Licht auszufiltern. Beliebt sind solche Brillen daher auch bei Sportlern wie Radfahrern oder Skiläufern. Allerdings sollte die Brille bei der Nutzung im Sonnenlicht dann auch über einen ausreichenden UV-Schutz verfügen.
Ganz einfache Modelle aus recht grobem Kunststoff sind bereits für unter 20 Euro zu haben. Die Tönung der Gläser kann unterschiedlich stark sein, sollte für Nachtfahrten 15% aber nie übersteigen.

  • als reine Nachtfahrbrille erhältlich
  • manche Modelle eigenen sich auch für das Tragen am Tag
  • bei Nutzung im Sonnenlicht ist zusätzlicher UV-Schutz notwendig
  • hochwertige Gestelle mit Nasenpolstern liegen besser auf
  • für Nachtfahrten keine allzu dunklen Gläser wählen

Fazit Nachtfahrbrille:

Die Schwierigkeiten des Nachts sehen zu können nehmen im Alter zu. Die Ursachen sind Verschleiss und Krankheiten der Augen. Nachtfahrbrillen arbeiten alle auf dem Effekt den störenden Blaulichtanteil zu verringern. Damit fehlt aber ein prozentualer Lichtanteil in der Nacht. Das Sehverhalten wird zwar durch das gelbe Licht der Nachtfahrbrillen subjek-tiv verbessert, ändert aber nichts an den vorhandenen Sehdefiziten. Empfohlen werden 2-jährige Sehtests beim Augenarzt und eine angepasste Behandlung der Grundkrankheiten. Gegen die Benutzung von Nachtsichtbrillen ist nichts einzuwenden, wenn sie diese Ihre subjektive Sicherheit und Sehfähigkeit stärken.