Apple Glasses – das wird die AR-Brille von Apple können

Seit Jahren gehen Gerüchte um, dass Apple an einer eigenen AR-Brille arbeitet. AR steht für „Augmented Reality“, zu Deutsch „Erweiterte Realität“. Neben den wesentlichen Funktionen eines iPhones zaubert eine solche Brille weitere interaktive Funktionen ins Sichtfeld des Trägers. Wie steht es aktuell um das Projekt?

Was AR-Brillen leisten können

Die AR-Technologie steht für die Ergänzung des real wahrgenommenen Raumes durch virtuelle Informationstechnologie.

Anders als bei der Virtuellen-Realität (VR) wird das Sichtfeld bei der AR Technik nicht komplett abgeschottet und überdeckt.
VR Techniken gaukeln dem Träger der Brille ein „unechtes“ Umfeld vor. Auf Knopfdruck können sich Träger einer VR-Brille in bizarre Unterwasserwelten, in den Urwald oder in virtuelle Gebäude versetzen lassen.

AR-Brillen dagegen legen diverse Filter über das Sichtfeld oder blenden Informationen ein. Die Technik gleicht ganz normalen Brillen und soll künftig auch mit Sehstärken kombinierbar sein.

Beispiele für AR-Einblendungen sind

• die Benutzeroberfläche des Smartphones
• Wetterinformationen
• Navigation
• Informationen zum Standort und den Möglichkeiten vor Ort
• Tageszeitungen und Bücher

Diese AR-Brillen gibt es schon

2012 brachte Google sein Modell „Google Glass“ auf den Markt. Mit nur einem Glas (daher Glass und nicht Glasses) sah der Träger erweiterte Informationen zum Sichtfeld. Google stimmte die Informationen mit dem gespeicherten Google-Nutzer-Daten und GPS ab.

Der Internet-Gigant bewarb sein Modell zusätzlich durch umfassende Kamerafunktionen. Genau hier schlugen die Datenschützer aber sofort Alarm.

Zu einfach sei es, Mitmenschen fast ungesehen zu filmen oder zu fotografieren. Dazu kommt, dass Google eine Gesichtserkennungssoftware ins Feld brachte. Das hätte findigen Nutzern dazu verholfen, Gesichter fremder Menschen zu scannen und über Google-Daten deren Gewohnheiten und andere relevanten Daten auszuspionieren.

In etlichen Ländern, darunter auch Russland, wurden das Tragen und Verkaufen der Google Brille umgehend verboten.

Die anderen derzeit am Markt gängigen Brillen können nicht ganz mit dem mithalten, was Google vorhatte und Apple wohl anstrebt.

Microsoft bietet eine Mixed-Reality Brille namens „HoloLens“. Bei den Modellen „Gear“ von Samsung und „Vive“ von HTC handelt es sich um kastenförmige Virtual-Reality-Brillen, die zum Tragen im Alltag nicht geeignet sind.

Was wird Apple nun genau auf den Markt bringen?

Bisher gibt es dazu keine verlässlichen Angaben. Es sickern allerdings immer wieder „Insider-Informationen“ durch. Insgesamt scheint der Apple Konzern das AR-Brillen Projekt in ein äußerst mysteriöses Gewand zu hüllen. Die Spannung wird bei Technikfans und Freunden der Marke dadurch natürlich ins Unendliche getrieben.

Der Apple CEO Tim Cook hat sich auf Nachfragen hin immer offen gegenüber der Technik und einer eigenen Apple AR-Brille gezeigt. Offiziell ließ er aber verlautbaren, dass der Konzern die Technik noch für zu unreif halte, um ein wirklich massentaugliches Produkt auf den Markt zu bringen.

Trotzdem wird in den Apple Labors wohl mit Hochdruck an dem Projekt gearbeitet. Natürlich sind die Macher bei Apple durch die Google Erfahrungen schon ein bisschen schlauer geworden. Das Apple Modell wird vorerst sehr wahrscheinlich ohne integrierte Kameratechnik auf den Markt kommen.

Klar ist, dass die Apple AR-Brille ähnlich wie die Apple Watch die Basic-Funktionen des iPhones beinhalten soll.

Das würde bedeuten, dass der Nutzer mit der Brille auf seine iPhone Bedieneroberfläche zugreifen könne. Navigiert wird mit Kopfbewegungen, Blinzeln mit den Augen oder Worten. Ob die Brille nur in Kombination mit dem iPhone oder als eigenständiges Produkt funktionieren wird, ist derzeit nicht bekannt.

Künftige Technologien zielen sogar darauf ab, dass intelligente Sensoren, die Mimik und Gestik eines Menschen erkennen können und mit entsprechenden Serviceleistungen antworten. Klingt futuristisch, scheint demnächst aber tatsächlich technische Realität zu werden.

Klar ist zudem, dass Apple an einem alltagstauglichen Modell arbeitet. Ganz anders als klobige VR-Brillen sollen die Apple Glasses ein schlankes Design bekommen und sich gar nicht so sehr von gängigen Brillenmodellen (Sehstärke oder Sonnenbrille) unterscheiden.

Im Gespräch waren zunächst Prototypen aus Kunststoff, später munkelte man von einem edlen Aludesign. Der letzte Stand ist, dass Apple wohl an einem Modell arbeitet, bei dem Käufer Farben und Designs frei auswählen können.

Wird es die Brille mit Sehstärke geben?

Ja, vermutlich schon. Wie bereits erwähnt, gibt es dazu keinerlei von Apple offiziell bestätigten Informationen.

Die Gerüchteküche sagt allerdings, dass das Apple AR-Modell so form- und technikvollendet sein soll, dass sie alles andere bisher dagewesene in den Schatten stellen wird.

Ganz Übermütige munkeln sogar von intelligenten Glas-Konstruktionen, die die Sehstärke eines Trägers automatisch scannen und sich anpassen können! Das wäre natürlich toll und sicher wird solch eine Technik in gar nicht so ferner Zukunft auch zur Verfügung stehen.

Ob allerdings die ersten Apple Glasses bereits mit dieser Leistung aufwarten können, bleibt mehr als fraglich.

Schöne bunte Lichterwelt dank LiDAR-Technologie

LiDAR ist die Abkürzung für Englisch „light detection and ranging“. Die Technologie arbeitet ganz ähnlich wie Radar, nutzt dafür aber Laserscanner statt Radiowellen.

Entwickelt wurde die Technik zur einfachen Raumerfassung und Vermessung (im inneren von Gebäuden und zur Kartografierung von Landschafen).

Das Militär nutzt die Technik in Hubschraubern, sie wird zur Geschwindigkeitsmessung im Straßenverkehr eingesetzt und scannt die Umgebung für selbstfahrende Automobile.

Seit 2020 gibt es LiDAR auch für Apple Nutzer. Zuerst wurde die neuesten iPads damit ausgestattet und seit Oktober 2020 scannen die iPhone 12 Pro Serie und das Pro Max die Umgebung der Nutzer.

Wozu das gut sein soll? Apple bewirbt die Technik unter anderem zum Einsatz bei Wohnungsverschönerungen. Wer seine Möbel umstellen oder einen neuen Schrank kaufen möchte, scannt den Raum und kann dann am Bildschirm zahlreiche Designs ausprobieren.

Wer möchte, kann sich natürlich auch selbst vermessen und mit dem Abdruck diverse technische Spielereien durchführen. Der LiDAR-Scanner von Apple funktioniert bis zu einer Entfernung von ca. 5 Metern.

Daneben kann der Lichtscan die Atmosphäre erfassen, Aerosole und Staubteilchen sichtbar machen.

Künftig soll die LiDAR Technik kombiniert mit anderen Messparametern die vollautomatische Steuerung von Brillen und iPhones übernehmen.

Sie wird also definitiv ein wichtiger Teil der zu erwartenden Apples Glasses sein.

Wie wird die AR-Brille von Apple heißen?

Das steht genauso wenig fest, wie alle anderen Details. Wieder muss auf Spekulationen von Insidern zurückgegriffen werden.

Denen zufolge wird das Teil an Anlehnung an das Google Modell schlicht und einfach Apple Glass oder Apple Glasses heißen.

Was werden die Apple Glasses kosten?

Zunächst schätzen Experten den zu erwartenden Preis im Preissegment ab 1.000 Euro ein.
Doch schon seit Beginn des Jahres 2020 gehen ganz andere Preise durchs Netz. Die Apple AR-Technik soll in der Basisausführung schon für 400 bis 500 Euro zu haben sein. Mit Sehstärke und weiteren Extras sind Preise bis 900 Euro und mehr im Gespräch.

Apple möchte eben kein abgehobenes Luxusgut auf den Markt bringen, sondern ein für jeden ambitionierten Technikfreund erschwingliches Gerät.

Aktueller Stand zur Markteinführung

Zunächst wurden die Apple Glasses für das Frühjahr 2021 erwartet. Bis jetzt schweigt man in der Apple-Zentrale dazu aber eisern.

Entweder werden uns Tim Cook und sein Team mit der Markteinführung der Brille überraschen oder es dauert eben doch noch ein bisschen. Experten vermuten, dass die Apple AR-Glasses spätestens 2022 auf den Markt kommen werden.