Neue Brille – oder alte Brille neu verglasen?

Seit die Deutschen ihre neuen Brillen selbst finanzieren müssen, lassen sie eine ausgesprochene Lieblingsbrille deutlich öfter neu verglasen. Dafür spricht aus Sicht der Käufer durchaus einiges. Genauso sinnvoll kann es aber sein, bei einer Änderung der Sehstärke oder einem älteren Brillengestell vom Optiker eine neue Brille anpassen zu lassen. Auch dafür spricht manches. In einigen Fällen kann sogar sowohl das eine, als auch das andere Sinn machen.

Lieblingsbrille neu verglasen lassen – oder modisch neue Wege gehen?

Wenn die Lieblingsbrille noch gut sitzt, ist es oft kein Problem, einfach neue Brillengläser mit einer anderen Sehstärke einschleifen zu lassen. Von manchem Brillenmodell kann der Besitzer sich eben nur schwer trennen. Es passt perfekt zum Typ und zum Gesichtsschnitt. 

In anderen Fällen – zum Beispiel bei rahmenlosen Brillen mit Kunststoffgläsern – sind die Brillengläser oft schon bald zerkratzt. Doch die Sehstärke ist zu diesem Zeitpunk nicht immer anpassungsbedürftig. Die zerkratzten Gläser verlangen daher nicht unbedingt nach einem neuen Gestell. Viel naheliegender ist es, sie einfach zu erneuern. Wenn das alte Brillengestell noch gut sitzt, und vom Typ her wunderbar zum Stil des Trägers passt, wechselt dieser es ungern aus. 

Anders sollte die Entscheidung jedoch ausfallen, wenn der Brillenrahmen bereits in die Jahre gekommen ist. Oftmals findet sich bei nicht so wertigen Metallbrillen leichter Grünspan-Ansatz an den Metallbügeln. Die Brille sitzt nach längerer Tragezeit häufig etwas schief auf der Nase. Der Rahmen hat sich mit den Jahren leicht verzogen. Die Bügel der Brille sind häufig etwas ausgeleiert. In diesem Fall scheint es keine so gute Option zu sein, einfach nur die Brillengläser im Gestell ersetzen zu lassen. Vielfach wäre das an der falschen Stelle gespart.

Es ist absehbar, dass das alte Brillengestell nicht mehr lange optimal sitzt. Auch seine Haltbarkeit für weitere zwei oder drei Jahre ist bereits infrage gestellt. Fakt ist: Je höher die Qualität des Brillenrahmens ausfällt, desto länger kann seine Haltbarkeit angesetzt werden.

Das Konzept: neue Sehstärke – altes Brillengestell macht also nicht immer Sinn. Grundsätzlich hat der Brillenbesitzer aber mehrere Optionen. Er kann:

  • sich eine neue Brille mit der passenden Sehstärke gönnen
  • nur neue Brillengläser in ein altes Gestell einschleifen lassen
  • die alte Brille per Neuverglasung zur Sonnenbrille umarbeiten zu lassen
  • ein neues Brillengestell kaufen, und die Verglasung online regeln
  • die Neuverglasung seines alten Brillengestells einem Online-Unternehmen wie TOPGLAS anvertrauen

Die Vorteile einer Neuverglasungälterer Lieblingsbrillen sind im Sparpotenzial zu sehen. Außerdem hat sich das alte Brillengestell bereits längere Zeit bewährt. Es sitzt gut, und passt im Stil zum Träger. Bei hoher Qualität des Brillenrahmens verspricht das Gestell auch weitere Haltbarkeit. Die Müllberge wachsen durch eine vorschnell entsorgte Altbrille nicht weiter an. Dinge, die einen Wert haben, sollten auch wertgeschätzt bleiben. Es macht jedoch Sinn, den Optiker zu fragen, ob der Rahmen seiner Einschätzung nach noch zwei Jahre hält.

Gründe für neue Brille?

Auch für die Anschaffung einer neuen Brille mitsamt neuer Gläser sprechen gute Argumente. Das Brillendesign ändert sich alle paar Jahre. Auch die verwendeten Materialien sind innovativ, und möglicherweise umweltfreundlicher. So gibt es beispielsweise heute Brillengestelle aus Holz. Es lassen sich Faltbrillen finden, oder der Brillenliebhaber kann in ein Brillenmodell mit auswechselbaren Bügeln investieren. Dadurch lässt sich das Aussehen des Brillenrahmens nach Belieben verändern.

Oftmals signalisiert eine neue Brille auch eine Typveränderung. Manchmal begleitet sie einen Karriereschritt. Die studentische Nickelbrille wird beim Eintritt in den Beruf gegen ein seriöser wirkendes Brillenmodell getauscht. Für eine neue Brille sprechen außerdem günstige Angebote für Brillenrahmen und Gläser. Zu bedenken ist aber auch, dass die Gesichtsform sich mit den Jahren ändern kann. Das Gesicht kann mit der Zeit fülliger oder schmaler werden. Eine zu große oder zu kleine Brille sieht dann nicht mehr gut aus. Eine altmodische Brille, die seit Jahren getragen wird, wirkt irgendwann nicht mehr stimmig und typgerecht. 

Viele Politiker und Wirtschaftsbosse mussten sich schon sagen lassen, dass ihre Brille sie älter macht, oder zu bieder wirkt. Auch wenn die Brille nicht so sehr als modisches Accessoire, sondern vielmehr als nützliche Lesehilfe angesehen wird, möchten die meisten Menschen durch deren Gestell nicht als Biedermann, Nerd oder Avantgarde-Typ wahrgenommen werden. Hin und wieder den Brillenrahmen den Veränderungen im Lebenslauf anzupassen, erscheint daher als sinnvoll.

Was ist denn nun die beste Lösung?

Letzten Endes hängt es von verschiedenen Faktoren ab, welche Lösung favorisiert wird. Wurde die alte Brille rein nach modischen Gesichtspunkten gekauft, kann die Materialfrage relevant werden. Brillen mit Kunststoff-Gestellen sind zwar besser hautverträglich, aber nicht so robust. Bei Kunststofffassungen kommt es daher schneller zum Ausleiern der Bügelhalterungen, oder zum Bruch des Materials. Erweist sich das alte Brillengestell jedoch als robust und formbeständig, verzieht es sich nicht leicht. Hier macht es durchaus Sinn, neue Gläser einschleifen zu lassen. 

Generell ist die Bruchgefahr bei Brillen aus Kunststoff erheblich höher als es bei Metallgestellen der Fall ist. Als haltbarste Kunststofffassungen gelten Brillengestelle aus Polycarbonat und Polyamid. Epoxidharz-Rahmen sind jedoch kratzfester. Was an Kunststoffbrillen einerseits als Nachteil auffällt, kann aber auch ein Vorteil sein. Kunststoff-Brillengestelle lassen sich durch Wärmeeinwirkungen an den Brillenbügeln besser der individuellen Gesichtsform des Benutzers anpassen.

Sind am alten Metall-Brillengestell leichte Grünspan-Anhaftungen zu sehen, oder es sind durch den Brillenrahmen allergische Erscheinungen aufgetreten, ist eine neue Brille fällig. In diesem Fall sind eine fachkundige Beratung und ein allergenarmes Brillengestell die bessere Wahl.

Fazit: Neue Brille oder Brille verglasen

Es kommt immer auf die Sachlage an. Beide Möglichkeiten sind gleichermaßen sinnvoll, und können je nach Situation genutzt werden. Gegebenenfalls kann die alte Lieblingsbrille auch zur Sonnenbrille umgearbeitet, und so weitergetragen werden. Hin und wieder sollte schon wegen der absehbaren Haltbarkeit von Brillengestellen in eine neue Brille investiert werden.