Brille reparieren: Online oder zum Optiker?

Jeder Brillenträger kennt das Problem. Die Augengläser sind wieder unauffindbar einige Zeitgenossen gehen täglich mehrmals auf Brillensuche. Der Ablageort wird bisweilen sogar äußerst ungünstig gewählt, und schon sitzt oder liegt man selber auf der Brille oder der gute Bekannte. Je nach entstandenem Schaden ist der Abend gelaufen, und der Gang zum Optiker lässt sich nicht mehr vermeiden. Hoffentlich war das Gestell nicht allzu teuer, sonst kann auch ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden sein. Bist Du Autofahrer, und die Brille ist im Führerschein vermerkt, muss der Weg zum Optiker jetzt tatsächlich zu Fuß oder mit der Bahn zurückgelegt werden.

Ob das Folgende aber als Anleitung zur Selbsthilfe verstanden werden soll, bleibt dem Leser überlassen. Denn für die Reparatur einer Brille ist nicht nur besonderes Geschick Voraussetzung, es sind außerdem Werkzeuge nötig, die auch in einer gut situierten Hobbywerkstatt nicht unbedingt selbstverständlich sind. Die Anschaffungskosten für die nun notwendigen Geräte können je nach Anspruch leicht einige Hundert Euro überschreiten, und nach gelungener Reparatur liegen Weichlötkolben, Lupe und Mini-Schraubendreher dann nutzlos auf der Werkbank herum. Denn das nächste Malheur mag sich erst in einigen Jahren ereignen.

Brille reparieren – Ursachen und Abhilfe

Je nach Anlass kann die Brille auf unterschiedliche Weise in Mitleidenschaft gezogen werden. Setzt man sich auf die Augengläser, verbiegt meist das Gestell, die Gläser fallen heraus, brechen oder splittern sogar. Viele Schäden beruhen aber auch auf ganz normalem Verschleiß, wie das Ausleiern von Gewinden, wodurch der Bügel instabil werden kann.

Kratzer durch Polieren entfernen?

Entgegen der landläufigen Meinung kannst Du Kratzer nicht herauspolieren. Auf jedem Brillenglas befinden sich hauchdünne Schichten, und die Bearbeitung der Oberfläche des Glases beschädigt oder zerstört die Entspiegelung und den UV-Schutz. Immer wieder werden Zahnpasta oder gar Messingreiniger zum Entfernen von Kratzern empfohlen. Von diesen Zweckentfremdungen kann jedoch nur abgeraten werden. Denn diese Mittel vergrößern nur den Schaden. Sie sind zu grobkörnig und schmirgeln die Oberfläche so erheblich, dass sich sogar die Sehstärke verändern kann.

Zum Ersatz der Gläser gibt es also keine Alternative. Das gilt auch für kleine Schrammen. Sogar mikrofeine Kratzer führen zu Lichtstreuungen, die unsere Wahrnehmung bald überfordern. Die Folge ist eine schnelle Ermüdung der Augen. Wie so oft ist auch hier Vorbeugung die bessere Möglichkeit. Regelmäßiges Putzen, das Aufbewahren in einem Etui oder der Brillenständer sind die optimalen Vorsorgemaßnahmen. Allerdings lassen sich die Fassungen der Brille durch Politur optisch aufwerten.

Brillengestell richten

Verbogene Brillenbügel sind ein bekanntes Phänomen.Und sie müssen gerichtet werden, denn sie sind nicht nur optisch störend. Wenn die Brille nicht richtig sitzt und ständig verrutscht, ist das Sehen nicht korrekt fokussiert, was dauerhaft Einfluss auf die Sehkraft haben kann. Außerdem entstehen durch den mangelnden Halt Druckstellen auf dem Ohr und am Hinterkopf.

Für den ersten Selbstbehelf genügt bei Gestellen aus Metall ein wenig Geschick, um sie wieder in Form zu bringen. Ein Rahmen aus Kunststoff benötigt zunächst eine Wärmequelle, etwas heißes Wasser oder einen Fön, um den Plastikbügel formen zu können. Aber Vorsicht, der Bügel kann leicht überdehnt werden und brechen. Der Optiker verfügt über entsprechende Geräte für die Reparatur.

Löten, Schweißen, Kitten, Kleben: Gebrochene Brille reparieren

Zwar nicht in jedem Fall möglich, aber doch nicht chancenlos: Oft wurde beim Kauf des Gestells nur das hochpreisigen Segment überzeugend, Erinnerungen sind mit der Brille verbunden, die Gewohnheit ist immer ein überzeugendes Argument auch für aufwändige Reparaturen. In der Spezialwerkstatt des Optikers finden sich diverse Materialien und Geräte, um das zerbrochene Gestell zu reparieren. Neueste Lasertechnik gewährleistet, dass die Fassung aus Titan punktgenau ohne Verbrennung der Oberfläche verschweißt wird. Die Nachhaltigkeit der Maßnahme wird durch das fachmännische Löten des Metalls und den gekitteten Kunststoff gewährleistet.

Ersatzteile für die Sehhilfe

Ein zerbrochenes Glas oder der abgebrochene Bügel – alles an einer Brille lässt sich leicht ersetzen. Die Scharniere können ausleiern, Schrauben verloren gehen, die Nasenpads nutzen sich mit der Zeit ab. Aber der Optiker hat für jedes Manko das passende Ersatzteil. Solltest Du selber Hand anlegen wollen, ist Spezialwerkzeug notwendig. Die Brillenersatzteile sind erhältlich, es werden für den Notfall Brillenreraratursets angeboten. Schwierig wird es aber, wenn es sich um Schäden handelt, für die nur der Fachmann über die notwendigen Geräte verfügt, um die Reparatur auszuführen. Das gilt etwa für das herausgefallene Glas und den Austausch von Scharnieren.

Farbe der Brille verändern

Es kann vorkommen, dass sich die Farbe ablöst. Für das Gestell gibt es immer wieder modische Trends, und viele Kunden wollen von Zeit zu Zeit ein anderes Design für die Sehhilfe. Aber es können neue Lackschichten aufgebracht werden, der Metallrahmen kann glänzend oder Matt poliert werden.

Brillenreparatur im Internet

Wie vieles andere ist auch die Reparatur einer Brille im Internet heute möglich. Besonders bei Jugendlichen sind Kauf und Instandsetzung bei Online-Händlern fast selbstverständlich, wenn auch der Gesamtanteil am Handelsvolumen bisher nur vier Prozent beträgt.

Aber es gibt einige Einschränkungen, die man bedenken sollte. Beim Neukauf und auch beim Ersatz eines Glases wird vom Optiker die Sehschärfe gemessen, die sich über einen längeren Zeitraum immer verändert. Über das Internet ist dies nicht möglich. Bei einer mit der Post versandten Brille kann sich der Händler nur an den vorhandenen Gläsern orientieren und deren Stärke auslesen. Ein klarer Nachteil für jeden Käufer. Das Brillenglas kann über das Internet auch nicht zentriert werden, und eine Brillenanpassung ist ebenfalls nicht möglich, der Kunde müsste anwesend sein, damit die Brille nachher richtig sitzt. Deshalb ist der Optiker vor Ort für diese Maßnahmen der einzig richtige Ansprechpartner.

Selber machen oder zum Fachmann?

Bevor Du Dich zu einer eigenen Reparatur entschließt. Ist es wichtig den Schaden einzuschätzen. Einen verbogenen Seitenbügel kannst Du selber zurecht biegen, auch den Nasensteg. Herausgefallene Gläser kann man ebenfalls wieder einsetzen. Ist aber etwas zerbrochen, wird es schwierig. Einen gebrochenen Bügel kann man versuchen zu reparieren. Manche empfehlen Klebeband oder Sekundenkleber.

Ob das Ergebnis aber überzeugt und ob Du ständig mit einem schiefen Brillenbügel ausgehen möchtest, ist eine andere Frage. Bei einer derart unsicheren Angelegenheit ist es doch ratsam, den örtlichen Optiker aufzusuchen. Meist hat der in Minuten repariert, wozu ein Laie den halben Tag braucht – und oft auch länger.Mit Hilfe der aktuellen technischen Geräte wird die Reparatur mit Sicherheit auf hohem Niveau ausgeführt, und das Ergebnis ist allemal überzeugender und auf die Dauer verlässlich.