Kontaktlinsen Test

Aus welchen Werkstoffen bestehen Kontaktlinsen?

Kontaktlinsen bestehen aus optisch transparenten Kunststoffen mit hoher Reinheit und sind in der Lage Wasser aufzunehmen. In Abhängigkeit vom Werkstoff kann der Wassergehalt zwischen 30 % bis maximal 80 % betragen und die verwendeten  Kunststoffe haben ein geringes spezifisches Gewicht, um die Kontaktlinsen leicht und angenehm für das Tragen auf der Hornhaut zu gestalten.

Wie werden Kontaktlinsen  hergestellt?

Da Kontaktlinsen aus Kunststoffen bestehen werden drei Fertigungsverfahren angewendet:

  • Formguss-Verfahren
  • Schleuderguss-Verfahren
  • Dreh-Verfahren

Formguss-Verfahren

Im Formgussverfahren wird flüssiger Kunststoff in Formen gefüllt, sowie durch Druck und Wärme zu Kontaktlinsen gegossen.

Schleuderguss-Verfahren

Der flüssige Kunststoff wird in eine  rotierende Form gefüllt, wodurch sich der Werkstoff in die Form schmiegt und aushärtet.

Dreh-Verfahren

Das Drehverfahren ist das aufwendigste Verfahren, denn hier werden vorgefertigte Kon-taktlinsen-Rohlinge in einer Vorrichtung bearbeitet, daher wird diese Herstellungsart auch nur für Sonderanfertigung (Kaschierung von Hornhautverletzungen) von Kontaktlinsen be-nutzt. Bei allen drei Verfahren werden die Kontaktlinsen noch geschliffen und poliert, um die jeweils gewünschten Korrekturwerte in die asphärischen (nichtkugelförmigen) Flächen einzuarbeiten.

Welche Kontaktlinsen-Typen gibt es?

Prinzipiell gibt es 2 Typen von Kontaktlinsen: 

  • harte Linsen
  • weiche Linsen

Harte Kontaktlinsen (Formstabile Kontaktlinsen=

Die formstabilen Kontaktlinsen sind hart und bestehen aus Polymeren (langkettigen Kunst-stoffmolekülen), denen man zur Verbesserung der mechanischen Stabilität Methylmetha-crylat und für die Verbesserung der optischen Eigenschaften (Transparenz) Siloxan und Fluor beimischt, um auch die Sauerstoffdurchlässigkeit des Werkstoffes zu erhöhen.

Weiche Kontaktlinsen

Die weichen Kontaktlinsen schmiegen sich flexibel an die Hornhaut an und sind in ihrem Durchmesser etwa 12-16 mm. Sie bestehen entweder aus reinen Silikonen, oder es sind Silikon-Hydrogele (wasseraufnehmende Kunstoffe, wie z.B. Balafilcon), d.h. hydrophobe und hydrophile Werkstoffe werden vor dem Pressen der Kontaktlinsen miteinander vermischt.  Ihr Wasseranteil im Verhältnis zum Kunststoff (z.B. Omafilcon) ist etwa 1:1. Da das Polymer nicht sauerstoffdurchlässig ist, wird zur Diffusion des Sauerstoffs durch den Kunststoff das Wasser benötigt.

Tragezeit der Kontaktlinsen und Sauerstoffdurchlässigkeit

Je länger die Kontaktlinsen getragen werden können, umso besser muss die Sauerstoffdurchlässigkeit sein, da es ansonsten zu Schädigungen der Hornhaut kommt und diese anschwillt. Silikonhydrogel-Kontaktlinsen, welche bereits 1999 angeboten wurden konnte man bin zu einem Monat ohne Unterbrechung tragen. Der Durchlässigkeitswert für Sauerstoff betrug über 100 Dk (Durchlässigkeitswert). Der Nachteil der Silikonhydrogel-Linsen zu den reinen Hydrogel-Linsen ist die höhere Unflexibilität der ersteren, da es durch die hydrophobe Oberfläche die Hornhaut schlechter benetzt, was zu Problemen führen kann. Hydrogel-Kontaktlinsen erreichen nur Dk-Werte von etwa 30, dennoch kann man diese Kontaktlinsen als Tages-, Monats-, und Jahrelinsen kaufen und tragen. Insgesamt gilt, Dauerlinsen kann man zwar auch nachts tragen, doch jede Kontaktlinse sollte nach mindestens 12-15 Stunden einmal von der Hornhaut genommen und die Kontaktlinse, sowie die Hornhaut mit klarem Wasser und den dafür vorgesehenen Reinigsmitteln gesäubert und desinfiziert werden.